Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist
Jeder hat so seine Vorstellung, besonders von dem, an was er glaubt. Die Dreifaltigkeit, die gibt es noch in einem ganz anderen Zusammenhang.
Die Wissenschaft, die Kirche und die Esoterik
Beleuchten wir das ganze mal sehr kontrovers. Betrachten wir es mal von der Wissenschaft aus und anschlieĂend von der Kirche aus. Und dann aus der Sicht der Esoterik in der Kritik, allerdings auch biblisch begleitet und zum Schluss, Esoterischer Unfug mit der Welt der Quanten.

Wenn Esoteriker von Energie sprechen, dann meinen sie etwas anderes damit als die Physiker. Wissen diese genau, was Energie ist? Eines wissen sie jedenfalls: Energie kann nicht verloren gehen.
Energieheilung geschieht ganzheitlich. Die Ebene der Energie ist dem Geist, der Seele und dem Körper ĂŒbergeordnet, somit wirken sich energetische Heilungen auch heilend auf alle anderen Ebenen aus.â Das verkĂŒndet ein âEnergieheilerâ. Er ist nicht der einzige Esoteriker, der das Wort Energie strapaziert. Viele nennen sich âEnergetikerâ, eine âPraxis fĂŒr ganzheitliche energetische Hilfestellungâ setzt u.a. auf BachblĂŒten, Chakren und Klangschalen; viele sprechen von nicht messbaren âEnergieflĂŒssenâ, die âfeinstofflichenâ Charakter haben sollen.
Kein Wunder, dass dieser esoterische Umgang mit dem Wort Energie den Naturwissenschaftlern ein Graus ist: Sie wissen genau, was sie mit Energie meinen, auch wenn einer der Ihren, Richard Feynman, provokant sagte: âEs ist wichtig, einzusehen, dass wir in der heutigen Physik nicht wissen, was Energie ist.â Aber sie kennen Energie in unterschiedlichsten Formen, kinetische, potenzielle, elektrische, chemische usw., und alle lassen sich messen, in denselben Einheiten angeben und ineinander verwandeln. Ohne Verluste. Auch die âWĂ€rmeverlusteâ sind keine: WĂ€rme ist Energie, wenn auch ungeordnete.
Masse misst man in Elektronenvolt
Energie ist, wie die Physiker gern sagen, eine ErhaltungsgröĂe: In einem abgeschlossenen System bleibt die Gesamtenergie konstant, was immer auch geschehen mag. Descartes hat das schon 1644 poetisch so gesagt: âGott hat bei der Schöpfung der Welt dem Universum einen bestimmten Betrag an Bewegung in der Form wirbelnder FlĂŒssigkeiten mitgeteilt, und diese Bewegung solle ewig anhalten und weder gröĂer noch kleiner werden.â Klingt, als ob er einen der gröĂten Coups der Physik vorausgeahnt hĂ€tte: dass die Thermodynamik die WĂ€rme aus der kinetischen Energie der Teilchen erklĂ€ren konnte.
Seit Einstein muss man freilich zur Energie auch die Masse dazurechnen, die sich ja in Energie verwandeln kann und umgekehrt: Das ist fĂŒr die Teilchenphysiker schon so sehr business as usual, dass sie die Massen ihrer Teilchen in Energieeinheiten angeben, nein, nicht in Joule oder Kalorien, aber in Elektronenvolt bzw. Mega- oder Gigaelektronenvolt.
Diese Ăquivalenz von Energie und Masse kann man, je nach Weltanschauung, so oder so interpretieren. Entweder als BestĂ€tigung dafĂŒr, dass man fĂŒr die ErklĂ€rung der materiellen Welt (die eben auch aus Energie besteht) nichts Immaterielles braucht. Oder man sagt: Alles ist Energie, und Materie gibt’s gar nicht wirklich. Das gefĂ€llt den Esoterikern natĂŒrlich gut, und die Kantianer zucken mit den Achseln und sagen: Alles nur Erscheinungen, von den Dingen an sich wissen wir grundsĂ€tzlich nichts…
Die Energie wurde auffĂ€llig spĂ€t von den Physikern klar definiert. Vor allem unterschied man sie lange nicht von der Kraft. Leibniz etwa bezeichnete das Produkt mv2noch als âvis vivaâ, lebendige Kraft; heute nennen wir es, versehen mit einem Faktor 1/2, die kinetische Energie. Und was Leibniz âvis mortuaâ, tote Kraft, nannte, ist unsere potenzielle Energie. Dass die Summe der beiden in einem elastischen System, in dem es keine Reibungsverluste gibt, konstant ist, stellte Daniel Bernoulli ca. 1730 fest. Das war eine wichtige Vorstufe zum Prinzip der Energieerhaltung, die Helmholtz 1847 noch als âErhaltung der Kraftâ formulierte: Diese mache ein Perpetuum mobile unmöglich. Heute sagen wir: Die Erhaltung der Energie macht es unmöglich.
Wer verwendete das Wort Energie als Erster im heutigen Sinn? Walter Moore, Autor eines klassischen Lehrbuchs der physikalischen Chemie, meinte: Es war D’Alembert. 1785 schrieb dieser in seiner âEncyclopĂ©dieâ: âIn einem bewegten Körper steckt eine Anstrengung oder Energie, die in einem ruhenden Körper durchaus nicht enthalten ist.â
Indessen verlor der Mainstream der Philosophie im 19.Jahrhundert den Anschluss an die Begriffsentwicklung der Naturwissenschaften. Schelling schrieb SĂ€tze wie: âAls Energie nun ist die Seele das Dass eben dieses bestimmten Körpers, aber nicht das von ihm trennbare Dass.â Und wenn Hegel die âenergeiaâ als âreine Wirksamkeit aus sich selbstâ erklĂ€rte, dachte er an den Geist, weniger an Körper. Er bezog sich freilich auf Aristoteles, der das Kunstwort âenergeiaâ geprĂ€gt und als Gegenbegriff zu âdynamisâ verwendet hatte: als Akt, im Gegensatz zur Potenz.
Schopenhauer verfolgte die Naturwissenschaften aufmerksamer â aber kritisch. So setzte er darauf, dass âman immer mehr einsieht, dass nie ein Chemisches auf ein Mechanisches, noch ein Organisches auf ein Chemisches oder Elektrisches zurĂŒckgefĂŒhrt werden kannâ. Genau das taten und tun die Naturwissenschaften. Ziemlich erfolgreich.
Urknall und Dunkle Energie
Die Kosmologie indessen hat das Prinzip der Energieerhaltung auf das gröĂtmögliche System ausgedehnt: das Universum. In diesem soll die Gesamtenergie (natĂŒrlich inklusive Materie, aber auch der Gravitation, die diese zusammenhĂ€lt) nicht nur konstant, sondern gleich null sein. Sodass man sich den Urknall als Entstehung aus dem Nichts, dem Vakuum, erklĂ€ren kann, als creatio ex nihilo wie in der christlichen Theologie, nur ohne Gott halt.
Ein wenig verstörend am aktuellen Weltbild der Kosmologen mutet an, dass sie sagen, bis zu 70 Prozent des Universums bestĂŒnden aus einer ganz anderen Form von Energie: der Dunklen Energie. Man brauche sie, um die Expansion des Universums zu erklĂ€ren, aber man könne sie (bisher) weder beobachten noch messen.
Es sollte die Physiker vielleicht nicht wundern, dass sich die Esoteriker begeistert auf diese Dunkle Energie stĂŒrzen…
(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 01.02.2014) von Thomas Kramar
Nun haben wir es einmal wissenschaftlich in seiner Zusammenfassung gelesen. Es gibt auch eine religiöse Darstellung die sich mit der Esoterik beschÀftigt.

Energien, Fremdenergien, Schwingungen, kosmische und geistartige KrÀfte
Viele alternative Heilmethoden sollen ĂŒber Energien, Schwingungen, kosmische und geistartige KrĂ€fte ihren Wirkungsweg entfalten.
Unter Energie wird in der Esoterik eine ĂŒbernatĂŒrliche Kraft verstanden, deren Quelle und Ursprung Gott sein soll. Er wird als hoch schwingende energetisch-spirituelle Kraft verstanden. Gott soll mit bedingungsloser Liebe und Licht den ganzen Kosmos und die Menschheit erschaffen haben. Die ganze Schöpfung soll ĂŒber Energie verfĂŒgen, allerdings in einer sehr niedrigen Schwingungsfrequenz. Die Menschen sind nach Aussage der Esoterik als Engelwesen mit hoher Schwingungsfrequenz von Gott erschaffen worden. Nachdem die Menschen den âEngelstatusâ verloren haben, sind sie jetzt nur noch Energiewesen mit sehr niedriger Schwingungsfrequenz. Bewusst oder unterbewusst sehnen sich die Menschen nach einer höheren Schwingungsfrequenz, um wieder als Engelwesen Gott gleich zu sein.
Unter Schwingungen versteht die Esoterik den StÀrkegrad der Energie. Je höher die Energie ist, desto höher soll die Schwingungsfrequenz sein.
Unter kosmischen KrĂ€ften versteht die Esoterik Energien oder Schwingungen, die aus dem Weltall zu uns auf die Erde kommen. Alle Lebewesen und alle Materie sollen ĂŒber mehr oder weniger kosmische KrĂ€fte verfĂŒgen. Quelle und Ursprung aller kosmischen KrĂ€fte soll wiederum Gott sein, der als hochenergetische spirituelle Kraft verstanden wird.
Manche in der Esoterikszene ersetzen die Begriffe Energie, Schwingung und kosmische Kraft mit dem Begriff der geistartigen oder biodynamischen Kraft. Da die Esoterik sehr vielgestaltig daher kommt, sind hier viele verschiedene Auslegungen möglich.
Energien, Schwingungen, kosmische und geistartige KrĂ€fte werden als TrĂ€ger und Ăbermittler von göttlichen Informationen gesehen. Sie werden als eine spirituelle Kraft verstanden, durch die alle Lebewesen (Menschen, Tiere), Pflanzen und GegenstĂ€nde (z. B. Steine, siehe unter âHeilsteineâ) quasi göttlich âbeseeltâ sind, allerdings auf niedrigem Energieniveau. Die ganze Schöpfung sehne sich unterbewusst nach höherer Energie. Krankheit habe letztendlich ihre Ursache in einem Energiemangel der Menschen, so die esoterische Ansicht. Lesen Sie hierzu bitte im Kapitel âKrankheit aus esoterischer und biblischer Sichtâ weiter.
Aus der Sicht der Esoterik sollen mithilfe solcher KrĂ€fte dem Menschen Informationen zukommen, die ihn zu Heilung, Gesundheit, Vollkommenheit, GlĂŒck, Erfolg, Erleuchtung und Gott-gleich-Sein fĂŒhren sollen.
Diese KrĂ€fte sind vergleichbar mit der Lebensenergie Qi oder Chi im alten China (siehe unter âTraditionelle Chinesische Medizinâ die Methoden Qigong oder Taichi), der kosmischen Kraft Ki (siehe unter âReikiâ) in Japan, dem hinduistischen Prana (bedeutet Lebenskraft oder Lebensenergie, siehe unter âPrana-Heilungâ) in Indien und der Doshas des Ayurveda.
Unter Fremdenergien versteht die Esoterik KrĂ€fte, die negativ und gesundheitsschĂ€dlich auf Menschen einwirken können. So sollen sich zum Beispiel unbearbeitete seelische Prozesse schĂ€dlich auf das Energiefeld, die Aura, auswirken und zu Krankheiten fĂŒhren (siehe unter âAura, Auraclearing, Auramassageâ in dem Kapitel âMethoden von A-Z und deren Bewertung aus biblischer Sichtâ). Auch negative Gedanken anderer Menschen oder nicht erlöste Seelen aus frĂŒheren Leben wirken sich als Fremdenergien gesundheitsschĂ€dlich aus, so die esoterische Sichtweise.
Energien, Schwingungen, kosmische und geistartige KrĂ€fte begegnen uns stĂ€ndig in der Esoterik. Sie kommen unter anderem in folgenden alternativen Heilmethoden vor: Energiearbeit, Reiki, Bach-BlĂŒtentherapie, Auraclearing, TCM (als Lebensenergie Qi oder Chi), Homöopathie, Energiemedizin, Bioresonanztherapie, Chakren, Klangschalentherapie, Meridian-Energie-Technik, Taichi, Vortex-Energie-Therapie und anderen mehr.
Bewertung aus biblischer Sicht
Die Bewertungen entspringen meiner persönlichen Meinung und meinem persönlichen Glauben an Jesus Christus so, wie es die Bibel, das Wort Gottes, beschreibt.
Energien, Schwingungen, kosmische und geistartige KrĂ€fte werden in der Esoterik als spirituelle KrĂ€fte verstanden, deren Quelle und Ursprung Gott sein soll. Diese KrĂ€fte sind also keine messbaren wissenschaftlich-physikalischen KrĂ€fte, sondern esoterisch-spirituelle KrĂ€fte, so wie sie im Kapitel âEsoterik und Wissenschaftâ beschrieben werden.
Gott wirkt quasi durch Energie, Schwingung und kosmischer Kraft und soll durch energetische Heilverfahren ganzheitliche Heilung bewirken. Durch energetische Heilverfahren sollen den Menschen heilende göttliche Informationen zugefĂŒhrt werden.
In der Bibel steht nichts von all dem. Das sind reine Erfindungen der Esoterik, die mit dem Gott der Bibel nichts zu tun haben.
Gott wirkt und wirkte in dieser Welt durch Jesus Christus und den Heiligen Geist (Heiliger Geist â MatthĂ€us 3,16, MatthĂ€us 8,28-33 und Markus 1,23-25). In der alttestamentlichen Zeit vor Jesus wirkte Gott durch viele Propheten und Könige (z. B. David), die mit dem Heiligen Geist erfĂŒllt waren (4. Mose 27,18, Richter 3,10, 1. Samuel 16,13 und andere).
Nach der Auferstehung Jesu von den Toten wurden seine JĂŒnger mit dem Heiligen Geist (Apostelgeschichte Kapitel 2) erfĂŒllt, predigten freimĂŒtig von Jesus, dem kommenden Reich Gottes und der AusgieĂung des Heiligen Geistes auf alle JesusglĂ€ubigen (Apostelgeschichte Kapitel 2 ab Vers 14 ff). In der Kraft des Heiligen Geistes heilten Jesus und seine JĂŒnger Menschen. Auch heute noch wirkt Jesus in der Kraft des Heiligen Geistes unter uns (MatthĂ€us 28,20). Christen können dies bezeugen.
Aus der Sicht der Esoterik fehlen dem Menschen göttliche energetische KrÀfte und dadurch ist die Lebensenergie geschwÀcht. Durch energetische Heilbehandlungen soll die Lebensenergie gestÀrkt und Krankheiten geheilt werden.
Aus biblischer Sicht kommt die Lebenskraft und nicht eine Lebensenergie von Gott. Gott schuf den Menschen (1.Mose 1,27) und gab ihm den âOdemâ des Lebens (seinen Geist, 1.Mose 2,7). Der Mensch, ein Geschöpf Gottes, trĂ€gt diese Lebenskraft in sich. Gott ist unsere Lebenskraft (Psalm 27,1, Jeremia 16,19). Diese Kraft kann durch die Hinwendung zu Gott gestĂ€rkt werden (Jesaja 40,31) und nicht durch energetisch-esoterische Praktiken. Gott gibt seinen Nachfolgern einen Geist der Kraft und der Liebe (2.Timotheus 1,7). In dieser Kraft können Menschen einhergehen (Psalm 71,16).
Durch esoterische KrÀfte soll die spirituelle Trennung des Menschen von seinem Schöpfer geheilt und die Einheit und Verbundenheit mit Gott wiederhergestellt werden.
Die Bibel sagt uns, dass das alles nur durch Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes möglich ist.
Wenn Sie nach heilenden KrĂ€ften suchen und eine âEnergieâ wĂŒnschen, die Sie zu Gott fĂŒhrt, dann vertrauen Sie sich bitte Jesus an. Er sagt von sich, dass ihm alle Kraft im Himmel und auf Erden gegeben ist (MatthĂ€us 28,18b) und dass er der Weg zu Gott ist (Johannes 14,6). Er heilt auch heute noch, davon bin ich ĂŒberzeugt.
Gott spricht: âEs soll nicht durch Heer oder Kraft (z. B. kosmische Kraft) geschehen, sondern durch meinen Geist.â Sacharja 4,6b.
Werden esoterisch-energetische Heilverfahren angewandt, öffnet sich, je nach Verfahren mehr oder weniger stark, der Geist der Anwender diesen vermeintlich göttlichen KrĂ€ften. Man geht dabei auf âspirituelle Empfangsbereitschaftâ, öffnet sich solchen ĂŒbernatĂŒrlichen KrĂ€ften und ist offen fĂŒr spirituelle Beeinflussung. Spirituellen KrĂ€ften wird dabei bewusst oder unbewusst (getarnt als ganzheitliche Behandlungsmethode) Zugang zu den Praktizierenden gewĂ€hrt. Die Esoterik will, dass wir unsere âspirituellen Antennenâ ausfahren und mithilfe von energetischen Heilverfahren âspirituell online gehenâ. Der Geist der Anwender wird dabei sanft und fast unmerklich verborgenen (okkulten), spirituellen KrĂ€ften geöffnet. Diese verborgenen (okkulten) KrĂ€fte erhalten quasi dadurch Zutrittsrecht.
Bei energetischen Heilverfahren, vor denen ich warne, geraten Menschen, die diese Methoden praktizieren, auf einem âsanftenâ Weg in den Bereich der Geisteswelt, die auĂerhalb des Geistes Gottes liegt. Jeder Geist, der nicht direkt von Gott (Vater, Sohn, Heiliger Geist) kommt, hat mit dem Gott der Bibel nichts gemeinsam. Gott ist Geist (Johannes 4,24), das stimmt, aber nicht jeder Geist kommt von Gott. Es gibt eine Geisterwelt, die auĂerhalb des Geistes Gottes ist und jeder Geist, der nicht von Gott kommt, ist kein guter Geist (Epheser 6,12). Auch wenn er vielleicht gut erscheint, so hat er sich doch als Engel des Lichts verkleidet (2.Korinther 11,14).
Was passieren kann, wenn Sie solche esoterisch-energetischen Methoden anwenden oder angewendet haben, lesen Sie bitte im Kapitel âGefahren der Esoterikâ und im Kapitel âWas kann passieren, wenn ich mit unchristlichen Methoden in BerĂŒhrung gekommen bin?â.

Die Gefahren der Esoterik
Menschen, die die Esoterik intensiver praktizieren, laufen Gefahr, in vielerlei Hinsicht Schaden zu nehmen.
Wie bereits im Kapitel âEsoterikâ beschrieben, sieht sich die Esoterik als das wahre Christentum an. Die meisten Menschen, die ihr Leben nach der esoterischen Weltanschauung ausrichten, sehen sich als Christen, âwahre Christenâ oder âUrchristenâ. Im Kapitel âEsoterikâ bin ich darauf eingegangen und habe dabei festgestellt, dass sie aus biblischer Sicht nicht christlich, sondern antichristlich ist.
Durch das Beschreiten des spirituellen Erkenntnisweges der Esoterik und das Praktizieren esoterischer Methoden und Praktiken soll sich mehr und mehr göttliches Heil bei den Anwendern einstellen. Das soll unter anderem zu mehr Harmonie, Liebe, innerem Frieden, Lebenskraft, Ruhe, GlĂŒck, Erfolg, Lebenssinn, Licht, Geborgenheit, Gesundheit, Vollkommenheit, Freiheit und Verbundenheit mit Gott fĂŒhren.
Doch stellt sich das erhoffte göttliche Heil nicht ein. Aus etlichen persönlichen GesprĂ€chen, Erfahrungsberichten, Internetveröffentlichungen und anderen Quellen weiĂ ich, dass oft genau das Gegenteil eintritt. Das göttliche Heil, das die Esoterik verspricht, verkehrt sich sanft und fĂŒr viele Menschen auf viele Jahre unbemerkt ins völlige Gegenteil.
In diesem Kapitel werden einige Gefahren beschrieben, an denen Menschen, die esoterischen Praktiken intensiver praktizieren, Schaden nehmen können.
Es geht hier nicht um die gelegentliche Einnahme von Bach-BlĂŒten oder homöopathischer Globuli oder das einmalige Besuchen eines Yogakurses. Es geht darum, was passieren kann, wenn Menschen immer intensiver esoterische Methoden betreiben und sich der esoterischen Weltanschauung mit ihren KrĂ€ften und Energien mehr und mehr öffnen und ihr Leben immer stĂ€rker nach esoterischen Gesichtspunkten ausrichten.
Jesus Christus warnte seine JĂŒnger vor falschen Propheten, die in âSchafskleidernâ zu uns kommen, aber inwendig âreiĂende Wölfeâ sind (MatthĂ€us 7,15). Er sagte zu seinen JĂŒngern, dass man sie an ihren âFrĂŒchtenâ erkennen soll (MatthĂ€us 7,16). Jesus sagte, dass gute BĂ€ume gute FrĂŒchte und dass schlechte BĂ€ume schlechte FrĂŒchte bringen (MatthĂ€us 7,17).
â15 Sehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reiĂende Wölfe. 16 An Ihren FrĂŒchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? 17 Also ein jeglicher guter Baum bringt gute FrĂŒchte; aber ein fauler Baum bringt arge FrĂŒchte.â
Meiner Meinung nach ist die Esoterik ein Wolf in Schafskleidern, vor dem wir uns schĂŒtzen sollen, so wie es in MatthĂ€us 7,15 beschrieben wird. Sie stellt sich göttlich dar, ist aber inwendig ein reiĂender Wolf. Sie kommt zu uns als âfalscher Prophetâ und will Menschen auf einen falschen Heilsweg fĂŒhren. An den Auswirkungen der Esoterik ist zu erkennen, dass sie keine guten FrĂŒchte trĂ€gt, so wie es in MatthĂ€us 7,16-17 beschrieben wird und sie somit auch kein âguter Baumâ ist. Sie verspricht göttliches Heil, bewirkt aber gerade das Gegenteil und fĂŒhrt zur Destruktion. Sie ist, meiner Meinung nach ein âfauler Baumâ, der âarge FrĂŒchteâ trĂ€gt, so wie es in MatthĂ€us 7,17 beschrieben wird. Ich habe mit vielen Menschen gesprochen, die nach jahrelanger âEsoterikkarriereâ kein göttliches Heil erlebt haben, sondern in der völligen Destruktion geendet sind. Sie sind tatsĂ€chlich an einen âreiĂenden Wolfâ geraten, der sich als friedliches Schaf verkleidet hat. Das genaue Gegenteil dessen, was die Esoterik verspricht, trifft ein.
- Egoismus, Unbarmherzigkeit, Gnadenlosigkeit statt Liebe, Barmherzigkeit, Gnade
In der Esoterik wird viel von Liebe gesprochen und dass die Liebe mit am Wichtigsten ist. Menschen, die die Esoterik anfĂ€nglich praktizieren, sind sehr freundlich. Man kann ihnen eine gewisse WĂ€rme abspĂŒren. Viele sind sehr aufrichtig und offen, doch im Laufe der Zeit verkehrt sich das unmerklich. Zunehmend wird die persönliche spirituelle Weiterentwicklung immer wichtiger. Das persönliche Heil, der persönliche Lichtkörperprozess oder Aufstiegsprozess tritt vermehrt in den Vordergrund. Dem hat sich zunehmend alles unterzuordnen. Menschen, die einem auf dem persönlichen Heilsweg dabei im Wege sind, werden immer öfter gemieden, bis hin zur Trennung von bisher geliebten Menschen. In Esoterikkreisen wird oft geraten, sich vom Partner, der die esoterische Gesinnung nicht angenommen hat und diese auch nicht annehmen will, zu trennen. Oft werden auch ganze Familien im Stich gelassen, um anscheinend besser auf dem Heilsweg voranzukommen. Mehr und mehr werden die Menschen eingeteilt in jene, die âaufgewachtâ sind und jene, die noch âschlafenâ. Von den Schlafenden muss man sich absondern, da sie einem auf dem persönlichen Heilsweg im Wege stehen. Man muss dem Ruf seiner âinneren Stimmeâ folgen, ist in der Esoterik oft zu hören. Und diese innere Stimme rĂ€t hĂ€ufig auch zur Trennung. Ohnehin sind viele Esoteriker der Meinung, dass sie als âAufgewachteâ auf einer spirituell höheren Entwicklungsstufe stehen, als der ĂŒbrige Teil der Menschheit. Wenn man beim persönlichen Lichtprozess oder Aufstiegsprozess weiterkommen will, gehört es auch dazu, dass man sich absondert von den âSchlafendenâ, da diese einem auf Dauer schaden wĂŒrden.
Immer mehr beschĂ€ftigt man sich mit sich selbst und seinen momentanen Reinigungs- und Aufstiegsprozessen. Esoteriker fĂŒhlen sich oft von schlechten Energien (sog. Fremdenergien) umgeben. Diese Fremdenergien können angeblich von anderen Menschen kommen (z. B. Kollegen oder Ehepartnern), die einem nicht gĂ€nzlich wohl gesinnt sind. Um diese âEnergiekriseâ zu lösen, finden auch hier oft Trennungen statt.
Das Drehen um sich und BeschĂ€ftigen mit sich selbst fĂŒhrt zur Egozentrik. Selbstverwirklichung, der esoterische Weg zur Göttlichkeit, fĂŒhrt in letzter Konsequenz zur Selbstsucht, zum Narzissmus, zum Egoismus und nicht zu mehr Liebe.
Im Zusammenhang mit der esoterischen Reinkarnationslehre ist vielen nicht klar, dass diese, auĂer dass sie biblisch (HebrĂ€er 9,27) nicht haltbar ist, auch sehr unbarmherzig und lieblos ist. Aus der Sicht der Reinkarnationslehre muss man sich auf dem Weg zu Gott durch viele Leben hindurch âhocharbeitenâ. Ist man in diesem Leben nicht bereit, sein persönliches Karma anzunehmen oder begeht man irgendwelche Fehler auf seinem persönlichen Entwicklungsweg, dann muss man sein nĂ€chstes Leben z. B. als Regenwurm oder in den Slums von Kalkutta zubringen. Danach kann man somit wieder ganz von vorn anfangen. Das empfinde ich als sehr unbarmherzig, gnadenlos und lieblos.
Aus der Sicht der Bibel können Menschen ganz einfach durch Jesus Christus zu Gott kommen. Jesus hat durch seinen SĂŒhnetod den Weg zu Gott freigemacht. In Johannes 3,16 steht: âDenn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.â
So einfach kann man aus der Sicht der Bibel zu Gott kommen.
Die Esoterik legt einem auf ihrem vermeintlichen Weg zu Gott viele Regeln in den Weg.Wer die Esoterik praktiziert, kommt mehr und mehr in ein sich AbmĂŒhen hinein, um endlich vollkommener und heiler zu werden. Viele Aussteiger berichten darĂŒber, dass sie immer öfter neue esoterische Praktiken ausprobieren, weil die bisherigen nicht zum gewĂŒnschten Ziel gefĂŒhrt haben. Immer noch waren viele Probleme da, immer noch nicht die erwĂŒnschte Harmonie und Gesundheit, immer noch kein Seelenfrieden. Immer wieder aufs Neue rieten esoterische Coaches oder Berater dazu, die esoterischen Methoden intensiver und hingegebener zu praktizieren. Viele Aussteiger berichten darĂŒber, dass sie jahrelang nicht merkten, dass sie sich durch die Esoterik âspirituelle MĂŒhlsteineâ auferlegt haben.
Auch hier sehe ich die Lieblosigkeit und Unbarmherzigkeit der Esoterik.
Jesus lĂ€dt alle, die mĂŒhselig und beladen sind ein, zu ihm zu kommen; er will uns erquicken. Er ist von Herzen sanftmĂŒtig und demĂŒtig. Bei ihm dĂŒrfen wir Ruhe finden (MatthĂ€us 11,28-30). Jesus ist kein SeelenfĂ€nger, bei ihm muss man sich nicht abmĂŒhen.
- Dunkelheit und Orientierungslosigkeit statt Licht
Esoteriker sind immer auf der Suche. Sie haben immer den Glauben, demnĂ€chst geschieht der entscheidende Durchbruch. Das erhoffte göttliche Heil in Form von mehr Gesundheit, Harmonie, innerem Frieden usw. stelle sich ein. Da sich aber das erhoffte Heil nicht einstellt, wird weiter gesucht und weiter praktiziert. Neue esoterische Methoden werden mit hinzugenommen, um endlich das gewĂŒnschte Ziel zu erreichen. Doch auch auf Dauer stellt sich der erwĂŒnschte Seelenfrieden nicht ein. Die Seele bleibt leer. Der Hunger nach Lebenssinn, Seelenfrieden, einem erfĂŒllten Leben wird nicht gestillt. Bei vielen Esoterikern stellen sich im Laufe der Jahre seelische Verstimmungen, depressive Phasen bis hin zu manifesten Depressionen ein. Depressive Phasen und Depressionen werden als notwendiges Ăbel auf dem Weg zur Vollkommenheit angesehen, da die Seele aus der Sicht der Esoterik einen Aufstiegsprozess durchlĂ€uft. Der Mensch entledigt sich auf seinem Weg zur Vollkommenheit seelischer Altlasten und Belastungen aus vorigen Leben. Aufgrund dieser Sichtweise sind Esoteriker bereit, viele Jahre der seelischen Dunkelheit und Orientierungslosigkeit zu ertragen. Bei manchen endet es in der völligen Selbstzerstörung.
Ich kann dem Leser nur raten, zu Jesus zu kommen. Mit Jesus wird es hell in der Seele. Er sagt von sich in Johannes 8,12: âIch bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.â
Gott schenkt uns Orientierung fĂŒr unser Leben, wenn wir uns an ihn halten. In Psalm 119,105 steht: âDein Wort ist meines FuĂes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.â
Jesus stillt auch den Hunger nach einem erfĂŒllten Leben, nur bei ihm kann dieser Hunger gestillt werden. In Johannes 6,35 sagt er von sich: âIch bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dĂŒrsten.â
- Schwachheit statt Lebenskraft
Was Esoterikern immer wieder Kraft gibt, ist nicht durch göttliche Energien oder kosmische KrĂ€fte bedingt, sondern durch die Hoffnung, dass alles bald besser wird und man bald ĂŒber göttliche KrĂ€fte und göttliches Heil verfĂŒgen wird. Das treibt Esoteriker immer wieder an. Die Aussicht auf ein besseres Leben, auf eine Kraft, mit der man die LebensumstĂ€nde und auch andere Menschen magisch beeinflussen kann. DafĂŒr sind immer mehr Menschen bereit, viel zu geben. Doch irgendwann geht diese Hoffnung nach und nach verloren und das macht letztendlich schwach.
Einige Esoteriker erzĂ€hlten mir, dass sie oft schwach und angeschlagen durchs Leben gingen. Abwechslung brachten esoterische Seminare, Kongresse oder Kurse. Beim Besuch solcher Events lebten sie plötzlich auf und waren ganz euphorisch, um dann regelmĂ€Ăig nach solchen Veranstaltungen wieder einzuknicken. Das ist ein PhĂ€nomen, das ich oft gehört habe. Auf diesen Kongressen und Events herrscht immer Hochstimmung, man ist regelrecht âhighâ. Jeder will sich dort mit viel Energie vollsaugen, in der Hoffnung, dass die âEnergieakkusâ fĂŒr lĂ€ngere Zeit halten. Man holt sich auf solchen Veranstaltungen einen energetischen âKickâ ab, dessen Energie meistens kurz nach dem Event wieder verpufft ist.
Der Gott der Bibel will uns Lebenskraft schenken, wir mĂŒssen nur zu ihm kommen. Von ihm steht in Psalm 27,1b geschrieben: âDu bist meines Lebens Kraftâ.
- Krankheit statt Gesundheit
Es wĂ€re einmal interessant, eine statistische Erhebung darĂŒber durchzufĂŒhren, ob Esoteriker gesĂŒnder oder krĂ€nker sind als andere Menschen. Ich habe den Eindruck, dass sie krĂ€nker sind. Da âdrĂŒckt oder ziehtâ es immer irgendwo. Oft unerklĂ€rliche Kopf-, RĂŒcken- oder Gliederschmerzen. Viele sind stĂ€ndig bei Heilpraktikern, Ărzten und Schamanen in Behandlung, weil anscheinend wieder Energieblockaden die Gesundheit einschrĂ€nken und zu unerklĂ€rlichen Beschwerden fĂŒhren. Gerade mit der seelischen Gesundheit steht es nicht besonders gut. Nach auĂen wirken viele sehr geisterfĂŒllt, ruhig, friedlich, bestĂ€ndig und harmonisch. Doch innerlich sind sie voller Ăngste, haben Krisen und Depressionen. Das gaben etliche Menschen an, nachdem sie aus der Esoterik ausgestiegen sind.
Einige Leute erzĂ€hlten mir, dass sie aufgrund seelischer Beschwerden esoterische Heilungsseminare besuchten. Dort waren sie nach und nach bereit, sich dem Heiler ganz zu öffnen in der Hoffnung, dass nun viel seelisch Angestautes hervorbrechen und heilen kann. TatsĂ€chlich brachen dort viele seelische Verletzungen auf und Angestautes hervor, doch die erhoffte Heilung blieb aus. Nach den Seminaren ging es den Betroffenen noch schlechter, da nun alles Seelische offen lag und die Beschwerden sich verstĂ€rkten. Einige erzĂ€hlten, dass sie sich seither seelisch völlig aufgerissen fĂŒhlen und dass es ihnen seither schlechter geht.
Christen dĂŒrfen Jesus bei Krankheit um Heilung bitten. Es gibt so viele Beispiele in der Bibel wie kranke Menschen zu Jesus kamen und er diese geheilt hat.
- RealitĂ€tsverlust und LĂŒge statt Wahrheit
Wie bereits unter Punkt 1 beschrieben, sehen sich viele Esoteriker als âAufgewachteâ. Sie sind es ihrer Meinung nach, die die wahren ZusammenhĂ€nge und HintergrĂŒnde dieser Gesellschaft erkannt haben. Sie sind auf dem Weg der Erkenntnis und der Erleuchtung. Dies ist eine Tatsache, die fĂŒr mich schon auf einen RealitĂ€tsverlust hinweist.
Unter Punkt 9 schreibe ich, dass sich viele Esoteriker durch Fremdenergien und Energieblockaden belastet fĂŒhlen. Auch das ist ein Hinweis auf RealitĂ€tsverlust.
Auch der Glaube an UFOs oder an einen Lichtkörperprozess, bei dem Menschen zu Lichtgestalten werden, die dann nur noch Licht als Nahrung aufnehmen, ist ein deutlicher Hinweis auf einen RealitÀtsverlust.
Auch die esoterische Betrachtung verschiedener LebensumstĂ€nde hat meiner Meinung nach mit RealitĂ€tsverlust zu tun. So zum Beispiel die spirituelle Beraterin, deren 15-jĂ€hrige Tochter nachts das Bett einnĂ€sst. Die Beraterin gibt als Grund fĂŒr das EinnĂ€ssen an, dass ihre Tochter im Schlaf die Probleme aus vorherigen Leben bearbeitet. Meiner Meinung nach lag der Grund fĂŒr das EinnĂ€ssen darin begrĂŒndet, dass einige Monate zuvor die Ehescheidung der Eltern (Mutter Esoterikerin, Vater nicht) mit den ganzen vorangegangenen UmstĂ€nden, die zur Scheidung gefĂŒhrt haben, die Tochter sehr belasteten.
Viele Esoteriker sehen die GrĂŒnde, warum sie Probleme mit anderen Menschen haben, meist nur darin, dass sie die âAufgewachtenâ sind. Den âSchlafendenâ wird quasi durch die Anwesenheit eines Aufgewachten ein Spiegel vorgehalten, was die Schlafenden daran stört weiter zu schlafen. Der Schlafende will aber weiter schlafen, so die Sichtweise der Esoteriker, und fĂŒhlt sich durch den Esoteriker unterbewusst gestört, was dann zu Problemen mit dem Esoteriker fĂŒhrt. Der Esoteriker ist dann das Opfer, das unter den anderen leiden muss. Esoteriker sehen sich oft als Opfer, die unter dieser âschlafenden Gesellschaftâ zu leiden haben. Auch hier sehe ich einen RealitĂ€tsverlust.
Unter Punkt 11 und 12 können Sie auch nachlesen, dass es eine LĂŒge des Teufels ist, dass die Esoterik göttlich macht und man damit zu Gott kommt. In Johannes 8,44 wird der Teufel auch als Vater der LĂŒge bezeichnet.
Christen dĂŒrfen mit Jesus in der Wahrheit leben. Jesus sagt in Johannes 14,6, dass er die Wahrheit ist. Wer mit Jesus lebt, wird die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird ihn freimachen (Johannes 8,31-32).
- Einsamkeit statt Gemeinschaft
Wie aus den vorangegangenen Punkten zu erkennen ist, haben Esoteriker einen Weg der spirituellen Erleuchtung beschritten. Sie sehen sich als spirituell höher- oder weiterentwickelt als der ĂŒbrige Teil der Menschheit. Unter Punkt 1 habe ich beschrieben, wie es dadurch zur Absonderung von anderen Menschen kommen kann. Auch aus Punkt 5 geht das ein StĂŒck weit hervor. Es kann zu Beziehungsproblemen kommen, sowohl mit dem Ehepartner als auch mit Freunden, Kollegen, mit den eigenen Kindern und mit anderen Menschen. Oft kommt es dadurch zur Trennung und Absonderung von anderen Menschen.
Wie auch unter Punkt 1 beschrieben, steht der persönliche spirituelle Heilsweg im Vordergrund. Ich weiĂ von manchen Frauen, dass sie stĂ€ndig esoterische Seminare und Coachings besuchten, dabei viel Geld ausgaben und dabei auch ihren Ehemann und die Kinder sehr vernachlĂ€ssigten. Ein Ehemann sagte: âIch kenne meine Frau nicht mehr, sie hat sich völlig verĂ€ndert. Entweder ich werde auch esoterisch oder sie verlĂ€sst mich.â
Ăberhaupt habe ich den Eindruck, dass in Esoterikkreisen Trennungen öfter vorkommen als sonst. Spirituelle Berater empfehlen auch eine Trennung vom Partner, wenn dieser nicht mit auf den vermeintlichen Heilsweg kommen will.
Esoteriker kommen nur noch mit ihresgleichen klar, aber selbst da gibt es oft Streit und Meinungsverschiedenheiten ĂŒber den vermeintlich richtigen Weg. Letztendlich will jeder sein eigener Gott werden, doch auf diesem Weg wird man immer einsamer. Unter Punkt 1 schrieb ich, dass Selbstverwirklichung, der esoterische Weg zur Göttlichkeit, in letzter Konsequenz zu Selbstsucht, zu Narzissmus und zu Egoismus fĂŒhrt. Aber nicht nur das; wer Gott-gleich-Sein will, endet auch in der Einsamkeit. Etliche Esoteriker meldeten sich bei mir, die völlig isoliert waren.
Der Glaube an Jesus Christus fördert das Leben und die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Christen wollen das Leben miteinander teilen. Geteilte Freude ist doppelte Freude. In der Apostelgeschichte 2,42 steht: âSie blieben aber bestĂ€ndig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.â
In Jesus Christus wurde Gott ganz Mensch. Christen dĂŒrfen Jesus nachfolgen. Esoterikern ist das nicht genug, sie wollen Gott-gleich-Sein und enden damit in der Einsamkeit und Isolation.
- Dauerhaft suchend statt fĂŒndig werdend
Wie unter Punkt 2 bereits beschrieben, sind Esoteriker immer auf der Suche und sind der Meinung, dass sie kurz davor stehen, das Heil Gottes endlich zu erfahren und endlich unbegrenzten Zugang zu energetischen oder kosmischen KrĂ€ften zu haben. Immer wieder werden neue esoterische Methoden ausprobiert. Viele wollen die Geheimnisse des Lebens entschlĂŒsseln und den vermeintlichen âCodeâ Gottes knacken, um endlich an die energetischen magischen KrĂ€fte Gottes heranzukommen. Bei manchen endet das in einer richtigen Sucht.
Christen haben mit Jesus alles gefunden. Das, was Christen noch fehlt, dĂŒrfen sie bei Jesus suchen, erbitten und finden. Jesu sagt in MatthĂ€us 7,7: âBittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.â
- Getrieben sein statt innerem Frieden und Ruhe
Unter Punkt 7 habe ich das dauerhaft Suchende der Esoteriker beschrieben. Manche sind sehr getriebene Menschen und finden keine Ruhe mehr. Eine Frau sagte mir: âIch habe schon lange gemerkt, dass mich die Esoterik nicht weiter bringt, doch habe ich einfach weiter gemacht. Ich musste es einfach tun. Es war wie eine Sucht.â
Die Esoterik stillt den Lebenshunger nicht, sie macht nicht satt. Die Seele bleibt leer, so wie das unter Punkt 2 beschrieben ist. Man mĂŒht sich weiter mit esoterischen Praktiken ab.
Jesus Christus will unserer Seele Ruhe geben und kann unseren Lebenshunger stillen. Er sagt in MatthĂ€us 11,29: âNehmt auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seelen.â
- Belastet und abhÀngig statt frei
Manche Esoteriker leiden zunehmend unter FeinfĂŒhligkeit. Sie sind der Meinung, dass sie Dinge wahrnehmen können, die andere Menschen nicht wahrnehmen. Diese FeinfĂŒhligkeit bezieht sich besonders auf negative Wahrnehmungen. So nehmen sie bei sich selbst mehr und mehr schlechte Energien (sog. Fremdenergien â unter Punkt 1 wird dies beschrieben) oder Energieblockaden wahr. Fremdenergien, die anscheinend von Kollegen, Verwandten, Nachbarn, dem Ehepartner, Verstorbenen, den Vorfahren oder aus frĂŒheren Leben herrĂŒhren und die sich belastend auswirken. Esoteriker meinen auch, Belastungen und Fremdenergien anderer Menschen besonders stark wahrnehmen zu können, was auch zunehmend zur persönlichen Belastung werden kann. Oft leiden sie unter dieser âkaputtenâ, oberflĂ€chlich gesinnten und kommerziell ausgerichteten Gesellschaft. Esoteriker sind der Meinung, dass viele ihrer Belastungen von daher kommen, dass sie âAufgewachteâ sind. Sie sind der Meinung, die tatsĂ€chlichen Probleme und Funktionsweisen einzelner Menschen und der ganzen âschlafenden Gesellschaftâ erkannt zu haben und dies auch spĂŒren zu können.
Manche Esoteriker kommen in eine AbhĂ€ngigkeit, die Suchtcharakter hat. Die Sinnsuche und die Suche nach magischen KrĂ€ften endet fĂŒr manche in einer völligen AbhĂ€ngigkeit. Einige erzĂ€hlten mir, dass sie richtig sĂŒchtig danach waren, zur Kartenlegerin oder zum Schamanen zu gehen. Viele haben ihr ganzes Geld dafĂŒr ausgegeben. Andere haben ihr ganzes Geld fĂŒr esoterische Beratungen, Seminare und Coachings ausgegeben. Manche haben sogar Kredite dafĂŒr aufgenommen.
Einige berichten nach ihrem Ausstieg, dass sie es einfach tun mussten, sie waren richtig sĂŒchtig danach.
Christen dĂŒrfen in Jesus Christus frei sein. Jesus ist kein Sklaventreiber, bei dem man durch religiöse Pflichten getrieben nie zur Ruhe und zur Freiheit kommt. Wen Jesus freimacht, der ist auch frei (Johannes 8,36).
In Galater 5,1 steht: âZur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen!
- Destruktion statt neues Leben
FĂŒr manche ist Esoterik absolut zerstörend. Wie schon in den vorangegangenen 9 Punkten erklĂ€rt, gibt es einige Gefahren, in welche Betroffene geraten und dadurch Schaden nehmen können. Es gibt in vielerlei Hinsicht esoterisch verursachter Schaden.
Einige, die sich bei mir meldeten, waren gleichzeitig körperlich und seelisch krank (einige erhielten deshalb eine FrĂŒhrente), hoffnungslos, sozial völlig isoliert und allein und waren finanziell völlig abgebrannt. Einige haben fĂŒr ihre esoterischen Coachings und Seminare (diese sind in der Regel sehr teuer) mehrere Tausend Euro ausgegeben und hatten deshalb Schulden. Das erhoffte göttliche Heil hat sich bei keinem eingestellt, sondern genau das Gegenteil.
Wer leben will, der muss zu Jesus kommen, er schenkt wahres Leben. In Johannes 11,25 spricht Jesus: âIch bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stĂŒrbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben.â
- Okkult belastet statt göttlich heil
Durch esoterische Methoden sollen die Anwender zu einer spirituellen Weltanschauung hingefĂŒhrt werden. Dabei sollen ĂŒbernatĂŒrliche, vermeintlich göttliche Energien, kosmische KrĂ€fte und Schwingungen dem Menschen zu mehr Heil und Göttlichkeit verhelfen. Die Esoterik will die TĂŒren des menschlichen Geistes fĂŒr solche KrĂ€fte öffnen. Mit dem Praktizieren der Esoterik öffnen sich die âGeistestĂŒrenâ mehr und mehr und man gestattet, dass spirituelle KrĂ€fte Einfluss nehmen dĂŒrfen.
Die Bibel warnt uns davor, solches zu tun.
Es gibt eine Geisterwelt, eine spirituelle Dimension, die auĂerhalb des Geistes Gottes ist. Jeder Geist, der nicht von Gott kommt, ist kein guter Geist (Epheser 6,12).
Jeder Geist, der nicht direkt vom biblischen Gott (Vater, Sohn, Heiliger Geist) kommt, hat mit dem Gott der Bibel nichts gemeinsam. Gott ist Geist (Johannes 4,24), aber nicht jeder Geist kommt von Gott (1.Johannes 4,1-3).
Der Teufel und sein DĂ€monenheer warten darauf, dass Menschen ihre GeistestĂŒren fĂŒr ĂŒbernatĂŒrliche KrĂ€fte öffnen. Der Teufel wird in der Bibel auch als âFĂŒrst dieser Weltâ (Johannes 12,31 und 14,30 und 16,11) bezeichnet. Er hat ein eigenes Reich, in dem ihm viele böse Geister (griechisch DĂ€monen, MatthĂ€us 12,24-28 und 25,41 und 2.Korinther 12,7 und Offenbarung 12,7-9) dienen.
In der Bibel werden solche Geister als böse oder unreine Geister bezeichnet (Apostelgeschichte 19,12 und 5,16 MatthÀus 10,1).
Der Teufel erlangte durch den SĂŒndefall (1.Mose 3) Anteil an der Schöpfung Gottes. Er belog Adam und Eva, indem er ihnen sagte, dass sie durch das Essen der Frucht des Baumes wie Gott sein wĂŒrden. Gott-gleich-Sein, eine LĂŒge und VerfĂŒhrung, mit der uns der Teufel in der Esoterik wieder begegnet. Auch die Esoterik verspricht, dass Menschen durch sie Gott gleich werden können. Der Teufel wird in der Bibel auch als der Vater der LĂŒge bezeichnet (Johannes 8,44).
Als FĂŒrst dieser Welt hat der Teufel Macht und ist Herrscher ĂŒber unsere Welt. Er will, dass das auch so bleibt und tut alles dafĂŒr, um uns Menschen vom befreienden Glauben an Jesus Christus, dem Sohn Gottes, fernzuhalten. Er verkleidet sich dazu auch als âEngel des Lichtsâ (2.Korinther 11,14) und will sich mit esoterischen Praktiken getarnt in unser Leben einschleichen und Einfluss ausĂŒben. Die Esoterik ist ein trojanisches Pferd mit deren Hilfe sich scheinbar gute, göttliche, energetische KrĂ€fte (welche jedoch DĂ€monen sind) Zugang in unser Leben verschaffen und manipulierend und zerstörend wirken wollen.
Manche Esoteriker berichten darĂŒber, dass sie mit der Zeit eine Hellsichtigkeit entwickelten. Manche können Gedanken lesen oder Stimmen hören, manche bekommen regelmĂ€Ăig von Geistern Besuch. Manche erleben stĂ€ndig SpukphĂ€nomene oder bekommen von Kobolden oder Wichteln Besuch. Wiederum andere können eine Aura (Strahlenkranz) um jeden Menschen sehen oder erleben stĂ€ndig, wie ihr Geist den Körper verlassen kann. Oft entwickeln sich massive Ăngste bis hin zu immer wiederkehrenden Panikattacken. Ich habe auch mit verschiedenen ehemaligen Exesoterikern gesprochen, die eine oder mehrere Psychiatrieaufenthalte hinter sich gebracht haben. Etliche sind seither arbeitsunfĂ€hig und Hartz-4-EmpfĂ€nger oder FrĂŒhrentner.
Das sind fĂŒr mich alles Hinweise darauf, dass sich bei diesen Menschen das Tor zur unsichtbaren Welt geöffnet hat und sich verborgene (okkulte) MĂ€chte Zugang verschafft haben. Die Esoterik ist meines Erachtens vom Teufel gemacht und letztendlich nichts anderes als Spiritismus und Okkultismus. Sie zerstört den Menschen und macht nicht heil.
Manchmal entwickeln sich okkulte Belastungen sehr schleichend und unmerklich. Die in diesem Kapitel aufgefĂŒhrten Gefahren sind letztendlich Ausdruck von unmerklicher okkulter Beeinflussung, bei der sich Menschen mit der Zeit destruktiv verĂ€ndern.
Okkulte Belastungen können aber auch sehr plötzlich und sehr massiv auftreten, wenn zum Beispiel okkulte MÀchte direkt kontaktiert werden. Hier einige Beispiele:
Erstes Beispiel
Eine Frau sucht zur Lebensberatung eine spirituelle Beraterin auf. Die Beraterin ruft wĂ€hrend der Beratungssitzung spirituelle MĂ€chte mit Namen an. Die Ratsuchende fĂ€llt dabei sofort in Trance und erfĂ€hrt eine auĂerkörperliche Erfahrung. Sie sieht sich selbst und die ganze Beratungssitzung von auĂen.
Sie leidet seither unter starken Ăngsten und Panikattacken, auch hat sich seither eine Hellsichtigkeit bei ihr eingestellt.
Zweites Beispiel
Eine Mutter geht mit ihrer kranken 7-jÀhrigen Tochter zur Heilpraktikerin. Diese ruft spirituelle MÀchte an und fragt diese im Beisein von Mutter und Tochter um Rat, welche die beste Behandlungsmethode sei.
Seither klagt die Tochter darĂŒber, dass immer wieder ganz grĂ€ssliche Geistgestalten sie besuchen und in ihrem Zimmer sind.
Drittes Beispiel
Eine Frau fĂŒhrte aufgrund seelischer Probleme eine RĂŒckfĂŒhrung bei einer spirituellen Beraterin durch. Seither kann sie Stimmen hören und hat starke Panikattacken.
Hier noch zwei Beispiele, bei der die okkulten Belastungen nach einiger Zeit auftraten:
Erstes Beispiel
Eine junge Frau hielt sich zwei Jahre in einem buddhistischen Ashram in Tibet auf und meditierte dort tĂ€glich. Immer öfter sah sie Geister und hörte Stimmen, die anfangs noch recht freundlich waren, aber mehr und mehr zu destruktivem Verhalten aufforderten und sie massiv bedrĂ€ngten. Sie kehrte nach Deutschland zurĂŒck und wurde mit starken Ăngsten und hĂ€ufig auftretenden Panikattacken in die Psychiatrie eingewiesen.
Zweites Beispiel
Durch monatelanges intensives Praktizieren von Reiki erfuhr eine Frau plötzlich bei einer Reikibehandlung ein intensives GefĂŒhl einer Kraft, die sie durchflutete. Sie hatte das GefĂŒhl, dass diese Kraft Einzug in sie hĂ€lt und eine starke Energie sich in ihr ausbreitete. Sie erlebte einige Stunden starke GlĂŒcksgefĂŒhle und Weinen vor Freude. Schon in der darauf folgenden Nacht bekam sie intensive AlbtrĂ€ume und entwickelte intensive Ăngste und Panikattacken. Sie hörte immer öfter Stimmen, die sie zum Selbstmord drĂ€ngten.
Sie ging zum Arzt und bat diesen, sie in die Psychiatrie einzuweisen. Sie hatte Angst, verrĂŒckt zu werden. Seit ihrer Entlassung aus der Psychiatrie ist sie arbeitsunfĂ€hig und Hartz-4-EmpfĂ€ngerin und nimmt seit dieser Zeit starke Psychopharmaka ein.
Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat sein Leben fĂŒr uns gegeben, dass wir heil werden dĂŒrfen (Jesaja 53,4-5). An ihn dĂŒrfen wir uns wenden. Er befreit auch von okkulten Belastungen, dafĂŒr gibt es viele Beispiele in der Bibel (z. B. MatthĂ€us 8,16).
In 1.Johannes 3,8b steht: âDazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.â
- Hölle statt Himmel
Wie wir aus den vorangegangenen Punkten ersehen können, macht die Esoterik nicht heil. Sie macht auch nicht göttlich oder Gott gleich. Sie entfernt uns von Gott und hat das Ziel, uns nicht zu Gott, also in den Himmel zu fĂŒhren, sondern in die Hölle. Aus Punkt 11 wird ersichtlich, dass der Teufel die Esoterik erschaffen hat. Wer sich darauf einlĂ€sst, lĂ€sst sich letzten Endes, wenn auch unbeabsichtigt, mit dem Teufel ein.
In Lukas 10,19-20 erfahren wir, dass Jesus Christus seinen Nachfolgern Macht gibt, dass ihnen die bösen Geister nichts anhaben können. Gleichzeitig sagt Jesus, dass sie sich darĂŒber freuen dĂŒrfen, dass ihre Namen im Himmel geschrieben sind. âSehet, ich habe euch Vollmacht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und ĂŒber alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden. Doch darĂŒber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freuet euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.”

Esoterischer Unfug mit der Welt der Quanten
Ob Engelheilung, Astrologie oder Alternativmedizin: Die Welt der kleinsten Teilchen muss immer öfter als ScheinbegrĂŒndung fĂŒr esoterischen Unfug herhalten. Der Physiker Florian Aigner fragt: Was können die armen Quanten dafĂŒr?
Sie wollen mit den Seelen Verstorbener kommunizieren? Sie möchten Ihr Horoskop harmonisch ausbalancieren lassen? Sie haben das GefĂŒhl, das Kronen-Chakra Ihrer Katze könnte ein bisschen mehr Energie vertragen?
Kein Problem: Das GeschÀft mit der Esoterik ist zu einem milliardenschweren Industriezweig geworden. Selbst die absurdesten Angebote finden zahlungswillige KÀufer. Wenn man wissen möchte, wie die geheimnisvolle Wirkung dieser segensreichen Errungenschaften zu erklÀren sei, bekommt man oft eine erstaunliche Antwort: Das hat irgendwie mit Quantenphysik zu tun.
Okay, dann muss es ja funktionieren.
Es ist paradox: Esoteriker, deren GeschĂ€ftsmodell darauf fuĂt, die Erkenntnisse der Naturwissenschaft zu ignorieren, berufen sich auf eine naturwissenschaftliche Theorie. Es ist, als wĂŒrden Atheisten in der Bibel nach BestĂ€tigung ihrer weltanschaulichen Thesen suchen. Oder als wĂŒrde just ein Vegetarierverein mit Gratisschnitzelsemmeln Mitglieder anwerben wollen.
Quantenphysik ist erstaunlich populĂ€r. Sie ist gewissermaĂen der PandabĂ€r unter den wissenschaftlichen Theorien. WĂ€hrend andere Bereiche der Naturwissenschaft als langweilig gelten, technokratisch, starr und kalt, umhĂŒllt die Quantentheorie offenbar eine Aura des Lebendigen, Warmen und Mystischen. Dabei ist die Quantenphysik eine naturwissenschaftliche Theorie wie jede andere auch: Sie ist in der Sprache der Mathematik verfasst, liefert klare Vorhersagen, lĂ€sst sich im Experiment ĂŒberprĂŒfen. In der Quantenphysik verwendet man mathematische Formeln, und am Ende kommt eine Zahl heraus.
“Quantum Engel Heilungâ
Mit anstrengenden Zahlen und Formeln hat die Quantenesoterik freilich nichts zu tun. Stattdessen geht es um Gesundheit, SpiritualitĂ€t und Lebensberatung. So erfahren wir zum Beispiel: “Quantum Engel Heilungâ sei eine neuartige “Energiemedizinâ, die unter “direkter Anleitung der Engelâ entwickelt wurde. Als “Quanten-Astrologieâ wird eine GesprĂ€chstechnik bezeichnet, bei der “Blockaden im Horoskop des Klientenâ aufgespĂŒrt und “energetische Unausgewogenheiten ausbalanciertâ werden. Man kann “Quantenkraftsteineâ kaufen, um sich gegen Elektrosmog zu wappnen – nebenbei schĂŒtzen sie auch vor Neutrinos aus der Sonne, vor Herzproblemen und Burn-out.
Besonders beliebt ist momentan die “Quantenmedizinâ, ein buntes Feld von unterschiedlichen alternativen Heilmethoden. Manchmal werden den Patienten ehrfurchtgebietende Apparate vorgesetzt – sie wirken angeblich mit geheimnisvollem Licht, speziellen Magnetfeldern oder auch mit mysteriösen Tachyonen. Das sind hypothetische Teilchen, die bis heute nur theoretisch in bestimmten spekulativen physikalischen Theorien vorkommen. Gemessen wurden sie noch nie, doch die Esoterikbranche lĂ€sst sich von solchen NebensĂ€chlichkeiten kaum irritieren.
Oft sind quantenmedizinische Behandlungen allerdings auch eher unspektakulĂ€r: Geheilt wird gerne mit sanften BerĂŒhrungen. Es handelt sich somit einfach um eine modernisierte, vermeintlich wissenschaftlich verbrĂ€mte Version des Handauflegens, das man von religiösen Wunderheilern aller Epochen kennt. Was das mit Quanten zu tun haben soll, ist schwer erkennbar. Oft beschrĂ€nkt sich der Zusammenhang auf die Behauptung, bei der Behandlung wĂŒrden obskure quantenphysikalische “Informationenâ ĂŒbertragen. Eine Wirkung solcher Verfahren ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht zu erwarten – im besten Fall kann man mit einem Placeboeffekt rechnen, im schlechtesten Fall verschwenden Patienten Zeit und Geld mit nutzlosen Therapien, wĂ€hrend sie sich dringend einer echten medizinischen Behandlung unterziehen sollten.
Doch wie kam es, dass sich die Quantenphysik zur Lieblingswissenschaft der Esoterik entwickelte? Dass gerade die Quantenphysik gerne als ungewöhnlich und mystisch dargestellt wird, ist kein Zufall. TatsĂ€chlich liefert sie manchmal Ergebnisse, die wir mit unserem Alltagsverstand kaum begreifen können. Sie konfrontiert uns mit PhĂ€nomenen, die höchst merkwĂŒrdig oder sogar verrĂŒckt erscheinen.
Entgegen der Alltagsintuition
Nach den Regeln der Quantentheorie sind Teilchen nicht einfach winzige KĂŒgelchen, die sich zu jedem Zeitpunkt an einem bestimmten Ort befinden. Sie können sich vielmehr an verschiedenen Positionen gleichzeitig aufhalten. In unserem Alltag bemerken wir von solchen Effekten nichts, doch in der Welt der kleinsten Teilchen sind sie ganz normal. Und wenn die Gesetze der Quanten nicht so recht zu unserer Alltagsintuition passen, dann liegt das an unserer Alltagsintuition. Die Quantenphysik kann nichts dafĂŒr.
Selbst die gröĂten Genies der Physik hatten mit der Quantenphysik ihre Not. Albert Einstein wunderte sich sehr ĂŒber das PhĂ€nomen der QuantenverschrĂ€nkung: Zwei Quantenteilchen können quantenphysikalisch so miteinander verbunden sein, dass eine Messung an einem Teilchen augenblicklich auch den Zustand des anderen Teilchens verĂ€ndert. Das hielt Einstein fĂŒr absurd und unmöglich, daher sprach er spöttisch von einer “spukhaften Fernwirkungâ. Doch wie man in zahlreichen Experimenten zeigen konnte, durchgefĂŒhrt unter anderem vom österreichischen Physiker Anton Zeilinger und seinem französischen Kollegen Alain Aspect, ist die QuantenverschrĂ€nkung alles andere als spukhaft. Es gibt sie tatsĂ€chlich, man kann sie berechnen, messen und gezielt fĂŒr neue technische Anwendungen nutzen. Nur weil ein PhĂ€nomen mit unserem Alltagsverstand schwer vereinbar ist, muss es noch lange nicht unwissenschaftlich oder gar mystisch sein.
PopulĂ€r wurde die VerknĂŒpfung von Quantenphysik und Mystik in den 1970er- und 1980er-Jahren, in der BlĂŒtezeit der New-Age-Bewegung. Damals, als verwirrende Theorien ĂŒber holistische SpiritualitĂ€t, alternative Heilmethoden und das herannahende Zeitalter des Wassermanns gezimmert wurden, erschien manchen Leuten die verwirrende Quantenphysik als willkommener VerbĂŒndeter – auch wenn die Quantenphysik damals weder neu noch revolutionĂ€r war, sondern bereits seit Jahrzehnten zum etablierten naturwissenschaftlichen Weltbild gehörte.
Der britische Biologe Rupert Sheldrake prĂ€sentierte seine Ideen ĂŒber “morphogenetische Felderâ, die uns angeblich auf mysteriöse Weise verbinden und uns “auĂersinnliche FĂ€higkeitenâ verleihen. Die genaue Funktionsweise dieser “Felderâ konnte Sheldrake nicht erklĂ€ren, aber auch er berief sich auf die Quantenphysik. Wie schon die Beatles einige Jahre zuvor hatte er sich in Indien mit transzendentaler Meditation beschĂ€ftigt. Danach versuchte er, die östliche Philosophie in die westliche Wissenschaft einzubauen, allerdings mit mĂ€Ăigem Erfolg. Seine absonderlichen Experimente, mit denen er zeigen wollte, dass Haustiere die Ankunft ihrer menschlichen Besitzer auf ĂŒbersinnliche Weise erahnen können, wurden wissenschaftlich nie anerkannt.
Ein anderer Superstar der Quantenesoterik ist Fritjof Capra. Er stammt aus Ăsterreich, studierte Physik an der UniversitĂ€t Wien und schlug dann eine internationale Forscherkarriere ein. BerĂŒhmt wurde er allerdings nicht durch seine BeitrĂ€ge zur Teilchenphysik, sondern durch Bestseller wie “Das Tao der Physikâ, in dem er tiefe ZusammenhĂ€nge zwischen taoistischer Mystik und Quantentheorie nachzuweisen versuchte. Einige der Grundgedanken Capras werden bis heute von Quantenesoterikern unablĂ€ssig vorgebracht: Die Quantenphysik soll angeblich zeigen, dass unser Bewusstsein einen direkten Einfluss auf die Welt hat, dass geistige KrĂ€fte auf unbelebte Materie einwirken können, dass SpiritualitĂ€t und Kosmos eine Einheit bilden. Doch dahinter steckt ein ganz banaler Irrtum.
Besondere Rolle der Beobachtung
Dass in der Quantenphysik das Beobachten und Messen eine besondere Rolle spielt, ist tatsĂ€chlich wahr. Jede Messung kann zwangslĂ€ufig den Zustand eines Quantenteilchens verĂ€ndern. Das ist in anderen Bereichen der Physik nicht unbedingt so: Ob wir einen Asteroiden drauĂen im Weltall gerade beobachten und vermessen, Ă€ndert nichts an seiner Bahn. Ein Quantenteilchen hingegen wird von der Messung stark verĂ€ndert. Solange es unbeobachtet ist, kann es eine Kombination unterschiedlicher ZustĂ€nde einnehmen. So kann ein radioaktives Atom gleichzeitig zerfallen und ganz sein, solange es vom Rest der Welt isoliert ist. Erst bei der Messung trifft die Natur eine Entscheidung: Der Zustand des Atoms wird entweder auf “ganzâ oder “zerfallenâ festgelegt. Insofern spielt die Beobachtung in der Quantenphysik wirklich eine ganz besondere, durchaus verwirrende und auf den ersten Blick erstaunliche Rolle.
Das heiĂt aber keineswegs, dass dadurch dem Beobachter selbst oder gar seinem Bewusstsein eine spezielle Bedeutung zukĂ€me. Es ist nĂ€mlich völlig egal, ob es sich um einen bewussten Beobachter handelt oder nicht. Die Messung kann von einem denkenden Menschen durchgefĂŒhrt werden, von einer altersschwachen Tiefseequalle oder von einem mechanischen Apparat. Sobald ein Quantensystem mit dem Rest der Welt in Kontakt kommt, handelt es sich um eine Messung. Mit dem menschlichen Bewusstsein hat das nichts zu tun.
Aber auch wenn die Vorstellung vom geheimnisvollen Quantenbewusstsein falsch ist, bleibt sie populĂ€r. Der Gedanke fĂŒhlt sich einfach gut an: Die Quantenphysik ist seltsam und schwer verstĂ€ndlich. Unser Bewusstsein ist auch seltsam und schwer verstĂ€ndlich. MĂŒssen diese beiden Mysterien dann nicht einfach etwas miteinander zu tun haben?
Logisch betrachtet ist das natĂŒrlich genauso unsinnig wie die Behauptung, der Saturn sei fĂŒr Hochzeiten verantwortlich, weil er so viele Ringe hat. Man findet eine Gemeinsamkeit und leitet daraus einen Zusammenhang ab, ohne logische BrĂŒcke dazwischen. Diese Argumentationsstrategie lĂ€sst sich in der Quantenesoterik oft beobachten: Der Guru spricht von Schwingungen, und auch in der Quantenphysik kommen Schwingungen vor – also muss doch beides zusammengehören! Wir fĂŒhlen uns anderen Menschen verbunden, und auch Teilchen können quantenphysikalisch miteinander verbunden sein. Hurra, ein Zusammenhang!
Es ist, als wĂŒrde man erklĂ€ren wollen, wie ein Auto funktioniert, und sagen: “Da drehen sich die RĂ€der, und im Atom dreht sich das Elektron um den Atomkern. Daher fĂ€hrt das Auto.â So funktioniert Wissenschaft aber nicht. Wissenschaft lebt nicht von Gleichnissen, sondern von logischen SchlĂŒssen, von klaren, zwingenden BegrĂŒndungen. Und die sucht man in der Quantenesoterik vergeblich.
Doch es liegt wohl in der Natur des Menschen, lieber blumige Vergleiche zu hören, als sich mit prĂ€zisen Formeln herumzuschlagen. Und so wird das wissenschaftliche Quantenlehrbuch auf den Bestsellerlisten wohl auch in Zukunft den Quantenheilungsratgeber nicht ĂŒberholen.
Physiker als Quantenphilosophen
Eine gewisse Mitschuld an der Mystifizierung der Quanten tragen allerdings auch manch ernsthafte Physiker, die eines Tages das sichere Terrain der Naturwissenschaft verlieĂen und auf das wackelige GerĂŒst der Quantenphilosophie stiegen – was ihnen zwar kaum Sympathie der Kollegen, dafĂŒr aber gute Chancen auf Fernsehauftritte einbringt.
Der deutsche Kernphysiker Hans-Peter DĂŒrr beispielsweise wurde mit recht esoterisch anmutenden Aussagen bekannt: Es gebe gar keine Materie, unser Leben sei von einem gröĂeren “Jenseitsâ umfangen, in dem nach dem Tod unsere “geistigen Quantenfelderâ weiterleben. Der britische Physiker Brian Josephson, der als 23-jĂ€hriger Doktorand einen Supraleitereffekt entdeckte, fĂŒr den er spĂ€ter den Physiknobelpreis bekam, fiel in spĂ€teren Jahren weniger durch wissenschaftliche Forschung auf, sondern vielmehr durch reichlich merkwĂŒrdige Aussagen ĂŒber paranormale PhĂ€nomene und Homöopathie.
Mainstream sind solche VerknĂŒpfungen von Physik und Philosophie aber keineswegs. Insgesamt hat sich in der Wissenschaft ein sehr pragmatischer Umgang mit den merkwĂŒrdigen Eigenschaften der Quantenphysik durchgesetzt: Wem in der Quantenphysik etwas seltsam vorkommt, der muss sich eben daran gewöhnen. Nicht wundern – rechnen. “Shut up and calculate!â – Dieser Zugang erweist sich als bemerkenswert nĂŒtzlich. Sich Gedanken ĂŒber die philosophische Bedeutung der Quantenphysik zu machen, mag trotzdem spannend sein. Aber man verlĂ€sst damit das Gebiet der Naturwissenschaft und liefert womöglich merkwĂŒrdigen Esoterikern scheinbar wissenschaftliche Munition.
Der österreichische Quantenphysiker Wolfgang Kummer, der in den 1980er-Jahren PrĂ€sident des Council des CERN war, warnte seine Studierenden in seinen Vorlesungen eindringlich vor einem solchen Schicksal: “Manche Physiker werden alt und meinen, ein Buch ĂŒber die philosophische Bedeutung der Quantentheorie schreiben zu mĂŒssenâ, sagte Kummer: “Und bei manchen Leuten setzt diese Vergreisung bereits schockierend frĂŒh ein.â
Die Quantenphysik spielt eine skurrile Doppelrolle: Einerseits ist sie Basis unserer technisierten Welt, hat uns Mikroelektronik, Laser und Solarzellen beschert und uns einen völlig neuen Einblick in die tiefen Gesetze der Natur ermöglicht. Andererseits wird sie als Verkaufsargument missbraucht, um nutzlose Ideen aus vorwissenschaftlichen Zeitaltern zu bewerben. Doch eine Theorie, in der Teilchen gleichzeitig auch Wellen sind und in der Atome zerfallen und gleichzeitig ganz bleiben können, wird auch diese skurrile Doppelrolle ĂŒberstehen.
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